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Mit 40 hast du „Nein“ sagen gelernt!

Hallo liebe Herzchen, heute mal ein beitrag aus dem alten Blogarchiv zu Hilfe, ich werde 40!

Missbrauch, Missachtung und Übergriffigkeit.

Nicht in Form von sexueller Gewalt.

Eher so in Form von:

„Kannst du noch mal eben?“

„Es macht dir doch nichts aus wenn…?“

„Ich weiß die Stunde ist um, aber du magst doch deinen Job.“

„Es geht mich ja nichts an … aaaaber …. .“

Noch vor fünf Jahren, hätte ich das wahrscheinlich mitgemacht. Ich hätte zwar den Missbrauch erkannt aber ich hätte es einfach erduldet. Gütig lächelnd.

Übergriffigkeit finden wir alle ständig an jeder Ecke.

Da wird emotional erpresst, bis sich die Gehirnbalken biegen. Hauptsache man hat seinen Willen durchgeboxt. Alle wissen, was das Beste für dich ist. Außer du selbst natürlich. Deine Meinung wird dir abgesprochen. Alle halten sich dezent heraus, außer sie glauben, sie wissen es besser. Oft eingeleitet durch das berühmte „AAAABER“.

Manche lassen ihre Launen oder Machtlosigkeiten an einem aus. Da wird man schnell mal zum Spielball irgendwelcher Egos oder Psychoprobleme und das alles nur, weil man ein etwas unentspanntes Verhältnis zu vier kleinen Buchstaben hat.

N E I N

Nicht mehr mit mir!!!

Ich habe nämlich jetzt, wo ich 40 bin, das „NEIN“ für mich entdeckt.

Praktisch zwischen der Freiheit sexuell anspruchsvoll zu sein und dem Snakeserum von Harald Glööckler war es auf einmal da.

Es strahlte in seiner ganzen Pracht. Es leuchtete mir sozusagen ein. Das „Nein“.

Seitdem schleppe ich es mit mir herum und benutze es bald öfter als das Snakeserum.

„Frau Rhode, können sie mal eben das Kapitel bis 12 Uhr ändern? Es ist uns in Vergessenheit geraten aber heute brauchen wir es auf einmal schnell.“

Da es bereits 11 Uhr ist, lautete meine Antwort: „Nein“.

„Könnten sie vielleicht auch gratis bei uns aus ihrem Buch lesen? Wir machen ja auch ein bisschen Werbung in unserer Metzgerei.“ Ich lächle freundlich, hole tief Luft und sage: „Nein.“

Das hat nichts mit meinem beruflichen Werdegang zu tun oder wie weit ich gekommen bin. Das mag von außen so aussehen aber in Wahrheit ist es mein innerer Zustand. Ein Zeichen dafür, wie weit ich innen gekommen bin.

Ich lasse mich nicht mehr überfahren, missbrauchen oder schlecht behandeln.

Schon gar nicht, wenn ich dafür zahlen soll. Wie viele tolle Schuhe kann ich mir für 500 Euro kaufen? Naja 4 Schuhe also 2 Paar, um genau zu sein. Na und?

Kein Grund mich deshalb schlecht zu behandeln. So bot mir letztens jemand seine Dienstleistung an. Es sollte um die 500 Euro kosten.

Ich sagte zu, auch in Hinblick auf weitere Aktionen mit diesem Dienstleister.

Dann kam nichts, außer einer einsilbige Kommunikation. Verweisung an andere Gesprächspartner, deren Namen man mir erst auf Nachfragen mitteilte und wochenlanges Warten auf eine simple Antwort.

Nach einer Weile bedankte ich mich freundlich und erklärte mein: „Nein danke.“

Mit solchen Menschen macht eine Zusammenarbeit einfach keinen Sinn. Das habe ich im Laufe der Zeit schmerzhaft gelernt.

Diese Menschen werden bleiben, wie sie sind, weil sie denken mit dir können sie es machen.

Ich meine, denken können sie viel, was sie mit mir machen können, aber machen können sie es eben nicht mehr.

Ich habe das „Nein“ kennengelernt und weiß heute gar nicht mehr, warum ich irgendwann mal nur so schwer mit ihm umgehen konnte.

Was ich mache, tue ich nun gerne. Was nicht, das lasse ich und ich fühle mich nicht einmal schlecht dabei.

Man glaubt gar nicht, wie viele Freiheit es einem bringt und wie viel Lebenszeit es einem schenkt. Zeit, die man sich nicht ärgern muss, dass man einen Gefallen zugesagt hat, den man eh nicht gerne tut und die Zeit für den Gefallen selbst.

Spenden an der Türe sammeln?

Freundlich schauen, lächeln: „Nein“. Türe zu.

Ich spende einen jährlichen Betrag an verschiedene Organisationen, die mir bekannt sind.

Anrufe wegen Zeitungsabos? Freundlich, mit einem Lächeln in der Stimme:

„Nein!“ Hörer auflegen und gut.

Sexuelle Anspielungen eines Geschäftspartners beim Lunch? Freundlich lächelnd aufstehen, Geld auf den Tisch legen: „Nein, danke.“ Gehen!

Babysitter -, Einkaufs-, Fahrdienste für „Freunde“ die leider im just dann keine Zeit haben oder ein schweres Leiden wenn du sie mal bräuchtest? „Nein!“

Natürlich hast du irgendwann den Ruf einer Zicke.

Der Unterscheid ist: Eine Zicke würde sich echauffieren und erklären, womöglich zetern und poltern.

Das ist es mir meist gar nicht wert. Ich erkläre mich wenn, kurz und schmerzhaft. Meistens bin ich einfach nur freundlich aber bestimmt.

Das nennt man nicht Zicke.

Das nennt man: Eine Frau, die weiß was sie will und sich auch traut es zu sagen.

Noch Fragen?

„Nein!“

Eure

Ella Rhode

(Buchautorin, Beziehungscoach a.D., 40 plus, in einer Beziehung mit dem „Nein“ (es ist nicht kompliziert) .

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3 Kommentare zu „Mit 40 hast du „Nein“ sagen gelernt!

      1. Letzendes, müssen wir selbst die Verantwortung für uns selbst übernehmen, sogar für unser eigenes Tod.
        Und wenn wir Trennen ins Gesicht malen, dann wollen wir nur den anderen gefallen. Es ist auch Okay, weil wir jemanden ab und zu brauchen, wer unsere Trennen wegwischt.

        Gefällt 1 Person

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